Eurawasser-4-Nations-Diving-Meet

Lautes Stimmengewirr und Bretterklappern in der Neptunschwimmhalle. Die Nationalmannschaften Italiens, Deutschlands, Russlands und der Ukraine bereiten sich seit Mittwoch auf das Eurawasser-4-Nations-Diving-Meet am kommenden Wochenende vor. Dass dieser Wettkampf hier in Rostock stattfindet freut besonders Sascha Klein und Christin Steuer. Die beiden Top-Athleten kommen immer wieder gern an die Küste. "Rostock hat eine wirklich gute Anlage, außerdem war ich hier sehr oft erfolgreich, daran erinnert man sich einfach gern.", erklärt Sascha. Christin Steuer bestätigt den Mannschaftskollegen lachend. "Ich bin jetzt seit 1998 jedes Jahr beim Springertag dabei gewesen, da habe ich Rostock richtig ins Herz geschlossen. Im letzten Sommer habe ich sogar Urlaub hier gemacht." Die hübsche Achtundzwanzigjährige ist aber nicht nur wegen des Wettkampforts guter Dinge. Nach einer kleinen Motivationsflaute vor zwei Jahren lief es mit ihrer Synchronpartnerin so gut, dass die gebürtige Berlinerin bereits einen Startplatz für die Olympischen Spielen ergattert hat. Nach Medaillen bei den Welt- und Europameisterschaften ist für das deutsche Dreamteam nun auch Edelmetall in London ein Ziel. Doch der olympische Traum will gelebt werden. "Das Springen ist in den letzten Jahren viel anspruchsvoller geworden. Nicht nur die hohen Schwierigkeitsgrade sind eine Herausforderung, auch die körperliche Fitness ist nicht mehr ganz die Gleiche. Heute ist das Training schon etwas anstrengender, als noch vor fünf Jahren. Ich bin eben die Älteste in der Mannschaft. Aber das Synchronspringen mit Nora macht unheimlich viel Spass. Das gleicht die Anstrengungen wieder aus. Ich finde, wir sind ein richtig gutes Duo."

Nora Subschinski stimmt dieser Einschätzung in jedem Fall zu. Christin ist bereits die dritte Synchronpartnerin in ihrer Laufbahn. "2009 sprang ich noch mit einem anderen Mädchen zusammen. Christin trainierte ja nicht mehr in Berlin und war auch ziemlich lange verletzt, da schien es logisch eine Partnerin aus meinem Verein zu wählen. Letztendlich war Josephin aber noch etwas zu jung. Durch die vielen Trainingslehrgänge haben Christin und ich viel Zeit gemeinsam zu trainieren. Außerdem kommt Christin auch gerne nach Berlin. Dann trainieren wir zusammen und sie kann ihre Familie besuchen."

Die Familie immer dabei hat dagegen Pavlo Rozenberg. Der gebürtige Ukrainer trainiert schon von klein auf bei seinem Vater Boris. Die Familie führte fast ein Nomadenleben, zog von Wynnizja nach Madrid, später nach Aachen. Seit 2010 startet Pavlo für den Sportclub Riesa. Auf die Frage, wie es ist, auch am Abendbrotstisch mit dem Trainer zu sitzen, lächelt der charmante junge Mann nur. "Ich hab es nie anders gekannt. Seit ein paar Jahren wohne ich aber alleine, da gibt es schon einen Hauch mehr Privatleben."

Viel Zeit für Privates bleibt den Sportlern bei den vielen Wettkämpfen und Lehrgängen in der Tat nicht, darum wird mit Familie und Freunden viel telefoniert oder übers Internet kommuniziert. Fast jeder Springer hat einen Facebookaccount, manche sogar Fanseiten. Um so ärgerlicher, wenn es dort unangenehme Erfahrungen gibt. Sascha Klein hatte zum Beispiel mal ein Erlebnis mit einem "Hochstapler". "Jemand gab sich auf einem Internetportal für mich aus und schrieb ziemlich peinliche Sachen." Gott sei Dank konnte das Problem aber schnell gelöst werden. Die falsche Seite ist verschwunden und der Sportstar kann sich wieder auf das Wesentliche konzentrieren - Medaillen gewinnen

 

Annika Walter

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