Gedanken nach der Weltmeisterschaft in Shanghai

WM Shanghai 2011Monika Dietrich in Shanghai 2011Die chinesischen Organisatoren hatten für die Durchführung der 14. Weltmeisterschaften im Springen, Schwimmen, Wasserball und Synchronschwimmen einen ganz neuen großen Sportkomplex aus dem Boden „gestampft“.
Als FINA-Kampfrichterin im Wasserspringen konnte ich diese herrliche Anlage in Shanghai bestaunen. Sie erinnerte in ihrer Gesamtheit ein wenig an den Sportkomplex 2000 bei den Olympischen Spielen in Sydney. Alles war großzügig angelegt und natürlich perfekt organisiert. Die Wassersprungwettbewerbe fanden im Freibad statt. Nie zuvor hatte ich in China eine Freiwasseranlage mit Sprungturm gesehen.
Die Sprunganlage war super. Alle Athleten kamen gut damit zurecht. Für die Zuschauer gab es eine Tribüne, die zum Teil überdacht war. Wegen der großen Hitze hatte man vorausschauend neben den Sitzen Düsen angebracht, aus denen in bestimmten Abständen Frischluft den Zuschauern entgegen strömte.

Die Athleten vermissten auf ihrer Tribünenseite den Schatten. Bei ca 37 Grad gab es für sie oft nur die „Flucht„ in die kühlen Gymnastikräume. Dort verfolgten sie am Fernsehgerät die Wettkämpfe.

Die Entwicklung im Wasserspringen schreitet immer weiter voran. Vor allem in den Herrenwettkämpfen ist der Schwierigkeitsgrad weiter angestiegen. Viereinhalbfache Salti vorwärts gehockt sind keine Seltenheit mehr. Sogar den 409c sah man im Synchronspringen vom Turm.

Im Kunstspringen vom 1m–Brett wurde das Kampfgericht von einem Delfinschraubensprung überrascht und auch fußwärtsgetauchte Schrauben verblüfften die Kampfrichter.

Insgesamt sah man quantitativ stark besetzte Wettkämpfe (3m Herren: über 50 Teilnehmer), die auch von hoher Qualität geprägt waren. Man merkte in allen Wettkämpfen, dass der Kampf um die Quotenplätze zu den Olympischen Spielen 2012 in London eröffnet war. Dementsprechend groß war zum Teil auch die Aufregung.

WM Shanghai 2011Die chinesischen Springer siegten in allen Disziplinen, aber nicht immer waren sie in der zweiten Startposition unbezwingbar. Sascha Klein aus Deutschland brachte sich vom Turm einmal mehr den Chinesen in gute Erinnerung.

Auffallend groß war der Anteil der jungen Springer bei dieser WM, die beinahe übergangslos von der A-Jugend erfolgreich in den Erwachsenenbereich gewechselt sind. Einige der jungen Springer sind sogar noch in der Jugend startberechtigt!!!

Bei den Damen kann man sich international schneller als bei den Herren in die Sitze springen. Mit viel Mut , Ehrgeiz und der richtigen körperlichen Ausstrahlung ist der Weg nach oben frei. Tina Punzel aus Dresden (Jahrgang 95) war in diesem Jahr die jüngste Springerin im deutschen Team.

Sicher haben viele Springer des WSC die Übertragungen aus China im Fernsehen verfolgt und sind jetzt erneut für diese schöne Sportart motiviert.

Die Trainer des WSC wünschen allen Sportlern einen tollen Start in das Neue Trainingsjahr.

Galerie: WM Shanghai